Die Mongolei das Land der Yaks, der Kamele und der weiten Steppen


Anreise

Als wir im Jahre 1989 die Möglichkeit hatten in die Mongolei zu reisen, wussten wir noch nicht, dass uns unvergessliche Augenblicke in einer anderen Welt erwarteten. Schon nach dem Ausstieg aus dem Flugzeug sahen wir die unendliche Weite des Landes, soweit das Auge blickte Steppe, sanfte Hügel und weiter Himmel. Nach einer 30minütigen Busfahrt in die Hauptstadt Ulan Bator zeigte es sich dass es auch eine Zeitreise in eine fremde Kultur war.  Hier trafen Hochhäuser und Jurtenviertel, aktive Buddhisten, Kommunisten und Touristen aufeinander. Es war eine Reise in eines der faszinierendsten, natürlichsten und unerforschtesten Länder der Erde.
  

    

Die Hauptstadt
Wir hatten zuerst Gelegenheit die Hauptstadt Ulan Bator zu Fuß und per Bus zu erkunden. Die Gegensätze von leeren Regalen im Kaufhaus (bis auf Gitarren, Keramikgeschirr und ein paar Textilien war das vierstöckige Kaufhaus praktisch leer) und vollen Regalen im Duty Freeshop des Hotels. Von Mongolen die am Sonntag in das damals einzige tätige buddhistische Kloster Gandantegtschinlen drängten und Mongolen die am Mausoleum der Revolutionsführer Tschoi Balsan und Suche Bator anstanden, von religiösen Kunstgegenständen und modernen sozialistischen Denkmälern konnte nicht größer sein. Das Nationalmuseum (hier gibt es eindrucksvolle Kunstgegenstände, Thanka's und eine Jurte aus Schneeleopardenfellen zu sehen), das Religionsmuseum (das ehemaliges Kloster spielte als Staatsorakel  im Leben der Lamas eine bedeutende Rolle, seit 1947 Museum), das Kloster Gandantegtschinlen (das damals einzige Kloster in der Mongolei, hier kann man den Klosteralltag anschauen und stauen), der Palast des Bogdo Khan (er diente dem Khan vorwiegend als Gebets- und Lehrstätte) und das Denkmal des sowjetischen Soldaten (von dem man einen unvergesslichen Blick über Ulan Bator hatte) waren Höhepunkte einer Stadt die trotz ihrer Einfachheit und Schlichtheit für uns eine der schönsten Plätze dieser Welt ist.
Naturschutzgebiet Mandshir
Ein anderer  Ausflug führte uns an der Bezirkshauptstadt Tuff (die nur aus ein paar Jurten und Holzhütten bestand) nach dem seit 300 Jahren bestehenden Naturschutzgebiet Mandshir. Dort befand sich eines der vielen buddhistischen Klöster, die in den 30er Jahren  während der Kulturrevolution total zerstört wurden. Nur noch meterdicke Mauern zeugen von der ehemaligen Größe und Pracht des Klosters Mandchir chid. Bei unserer weiteren Exkursion in die Berge erwanderten wir nach mühseliger Kraxelei nicht nur herrliche Aussichten, sondern  auch die Anblicke von herrlichen Felsmalereien. Teilweise farbig stammen sie aus der vorbuddhistischen, schamanistischen Vergangenheit und sind verschiedenen Schutzgöttern gewidmet. Nachdem wir uns in Originalmongolenkleidung und Jeans original mongolisch fotografieren lassen konnten, besuchten wir noch schnell das Museum über das Naturschutzgebiet und ärgerten uns über die Murmeltiere die sich zwar akustisch bemerkbar machten, aber einfach nicht vor die Linse zu bekommen waren.
  

 

 

    

Ausflug nach Terelsh
Mit unserer Reisegruppe unternahmen wir über Brücken (die jedes Jahr nach der Schneeschmelze neu gebaut wurden) über Straßen die den Namen nicht verdienten, und mit Bussen (die wohl keine TÜV-Inspektion überständen). Ausflüge zu einem Ort der Welt abgeschieden war und trotzdem deutsches Bier zu bieten hatte.  Die Gelegenheit in   einer mongolischen Jurte zu schlafen darf nicht verpasst werden. Die Ruhe, die Sterne die durch die offene Ofenabzugsklappe schauten und das notwendige Feuer am Morgen (von einem einheimischen Mütterchen gemacht) sind ein unvergessliches Erlebnis. Hier konnten wir auch mit der eigenen Lunge erfahren, dass 4000 m für einen normalen Mitteleuropäer doch etwas sauerstoffarm sein können. Es sollte auch Bären, Luchse und Wölfe geben, zumindest wurden wir vor unserer privaten Exkursion in die Berge gewarnt. Aber zum Glück hatten wir keine Gelegenheit uns einen Bettvorleger mitzubringen oder als Tierfutter zu dienen.
Das Kloster Gandantegtschinlen
Es ist Sonntag, ein Tag der seinen Namen verdient und uns bei unserem beeindruckendsten Erlebnis der ganzen Reise mit Sonnenschein beglückt. Gandantegtschinlen das damals einzig tätige buddhistische Kloster der Gelbmützen Sekte wurde nicht nur von uns, sondern auch von hunderten Mongolen besucht. Lange Menschenschlangen warten an den Gebetsschaltern, hier kann man sein Gebet kaufen für Gesundheit, gute Noten, Glück, ein neues Pferd etc. Zusammen mit den Mongolen schieben wir uns vorbei an großen Stupas, riesigen Buddhas, Gebetsmühlen (auch wir können nicht vorbei ohne sie in segenbringende Drehungen zu versetzen), Mönchen, riesigen Kochkesseln hinein in einen Tempel.  Ohrenbetäubender Lärm, der Singsang der Mönche die aus den heiligen Büchern alle gleichzeitig unterschiedliche Texte lesen, fremdartige Gerüche von Räucherwerk und drängelnde Gläubige erwarten uns und wir lassen uns einfach in der Masse treiben. Nach ein paar Minuten stehen wir sprachlos und tief beeindruckt wieder vor dem Tempel. Bevor wir uns zu unserem Bus zurückbegeben, haben wir noch ein wenig Zeit alles auf uns wirken zu lassen. Es ist doch ein Unterschied so etwas im Fernsehen zu sehen oder es selbst hautnah zu erleben.
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Der Abschied
Der Tag des Abschieds war gekommen. Früh bevor die Sonne   aufging fuhren wir zum Flughafen  und hielten an der Stadtgrenze dem Torbogen um uns zu verabschieden. Adieu Ulan Bator. Auf dem Flughafen angekommen, erfuhren wir das  Bauarbeiten die Landung unseres Fliegers  verhinderten. Als Stunde um Stunde verging ohne das ein Flugzeug landete oder das Bauarbeiter auftauchten, machten wir uns nicht nur Sorgen um fehlende Verpflegung, sondern auch um Gedanken um alternative Fortbewegungsmittel. Zum Glück startete nach 15stündiger Verspätung unsere TU 154, so das die Filme "Auf Dschingis Khans Spuren nach Deutschland" oder "So weit die Füße tragen Teil 2" oder  "9 1/2 Monate auf dem Kamelrücken" nicht gedreht werden brauchten. Auch unsere fehlende  Ausreisegenehmigung aus der UdSSR und der Anschlussflug der schon lange in Moskau gestartet war konnte uns nicht mehr aufhalten und so landeten wir erschöpft mit einem Tag Verspätung in Berlin.

Auf Wiedersehen Ulan Bator, so hoffen wir.
 

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